Tesla: Was jetzt Musks Vorsprung beim autonomen Fahren gefährdet

08 Jan. 2026

Elon Musk hat bei der Zukunft von Tesla auf autonomes Fahren und Robotaxis gesetzt.
Elon Musk hat bei der Zukunft von Tesla auf autonomes Fahren und Robotaxis gesetzt.
  BRENDAN SMIALOWSKI/AFP via Getty Images

Elon Musk sieht kurzfristig keinen Wettbewerbsdruck durch Nvidias autonome Fahrtechnologie und rechnet frühestens in fünf Jahren mit ernsthafter Konkurrenz.

Nvidia will seine Alpamayo-Technologie bereits 2026 in Robotaxi-Flotten von Partnern einsetzen und an Autohersteller lizenzieren.

Seltene „Long-Tail“-Fahrsituationen bleiben eine zentrale Hürde für autonomes Fahren und sorgen weiter für Entwicklungsverzögerungen.

Der CEO von Tesla sagte, es werde noch Jahre dauern, bis die Konkurrenten des Unternehmens mit dessen Selbstfahrtechnologie gleichziehen könnten. Musk äußerte sich, nachdem Nvidia ein alternatives Technologiepaket vorgestellt hatte, das Automobilherstellern helfen soll, die Einführung von Robotaxis zu beschleunigen.

Jensen Huang stellte die Technologie mit dem Namen Alpamayo am Montag auf der CES vor, einer der weltweit wichtigsten Technologiemessen. Sie solle autonomen Fahrzeugen „Vernunft“ verleihen, erklärte Huang.

 

Nvidia sei laut Musk derzeit keine Konkurrenz

Auf Fragen zu den Auswirkungen von Alpamayo auf Tesla sagte Musk, dass es selbst mit Unterstützung von Nvidia „mehrere Jahre“ dauern werde, bis autonome Fahrsysteme sicherer als menschliche Fahrer seien. Zudem werde es weitere Jahre dauern, bis Automobilhersteller ihre Fahrzeuge in großem Umfang mit Kameras und KI-Computern ausstatten könnten.

„Das könnte also in fünf oder sechs Jahren, wahrscheinlich aber erst später, Wettbewerbsdruck auf Tesla ausüben“, schrieb Musk am Dienstag in einem Beitrag auf X.

In einem separaten Beitrag erklärte der Milliardär, dass Tesla einen deutlichen Vorsprung bei KI-Hardware habe. Trotz der „hilfreichen Tools“ von Nvidia unternehme die Autoindustrie insgesamt noch „sehr wenig“.

„Long-Tail“-Probleme bremsen die Entwicklung

Nvidia erklärte, dass seine Alpamayo-Modellfamilie auf Open-Source-KI basiert und spezielle Argumentationstechniken nutzt, um sogenannte „Long-Tail“-Fahrsituationen zu bewältigen – seltene Szenarien, die in den Trainingsdaten für Robotaxis nicht vorkommen. Dadurch sollen Fahrzeuge autonom mit „menschenähnlichem Urteilsvermögen“ reagieren.

Nvidia-CEO Jensen Huang spricht über Alpamayo.
Nvidia-CEO Jensen Huang spricht über Alpamayo.
 picture alliance / Kyodo | –

Musk schrieb in einem weiteren Beitrag auf X, es sei vergleichsweise leicht, eine Genauigkeit von 99 Prozent zu erreichen, es werde jedoch extrem schwierig, den Long Tail der Verteilung zu lösen. Alpamayo beschrieb er als „genau das, was Tesla tut“.

Mercedes setzt als erster Hersteller auf Nvidias System

Zudem teilte Nvidia mit, dass Mercedes-Benz als erster Autobauer das System einsetzen werde. Der Marktstart ist für das erste Quartal 2026 in der CLA-Limousine des Unternehmens in den USA geplant.

Mercedes erklärte, dass der neue CLA zwar autonom von Punkt zu Punkt fahren könne, weiterhin aber menschliche Aufsicht benötige. Damit sei das Fahrzeug mit Autos vergleichbar, die mit Teslas Full-Self-Driving-System (FSD) ausgestattet sind.

Die Tesla-Aktie verlor am Dienstag nach der Ankündigung von Alpamayo rund 4 Prozent.

Tesla wettet weiter auf FSD und Robotaxis

Musk setzt die Zukunft von Tesla auf Robotaxis und das Fahrassistenzsystem FSD. Er sagt, die Technologie solle Tesla zum wertvollsten Unternehmen der Welt machen und den Umsatzrückgang stoppen.

FSD ist zugleich ein zentraler Bestandteil von Musks milliardenschwerem Vergütungspaket. Erreicht Tesla 10 Millionen FSD-Abonnements, kann Musk eine Auszahlung von bis zu einer Billion US-Dollar erhalten.

Doch die Konkurrenz durch Nvidia könnte dieses Ziel erschweren. Der Konzern plant, seine Technologie bereits im kommenden Jahr in Robotaxi-Flotten von Partnern einzusetzen und an weitere Autobauer zu lizenzieren – was eigene FSD-Alternativen potenziell überflüssig machen könnte.

Quelle:Tesla: Was jetzt Musks Vorsprung beim autonomen Fahren gefährdet – Business Insider