Brisanter Effekt bei E-Auto-Förderung der Merz-Regierung: Ausgerechnet China bekommt deutsche Steuergelder

Von der neuen E-Auto-Förderung können nicht nur deutsche Hersteller profitieren. Auch in China jubelt man über die Initiative der Merz-Regierung. Eine Analyse.

Auf dem deutschen Markt für Elektroautos machen chinesische Hersteller gerade etwa sechs Prozent aus – und das, obwohl China im eigenen Land mit der Wende zur Elektromobilität viel weiter ist als Deutschland. Mit der neuen E-Auto-Förderung, auf die sich die Merz-Regierung geeinigt hat, könnte sich der deutsche Automobilmarkt nun nochmal verändern. Denn das Förderprogramm des Umweltministeriums, das Privatpersonen beim Kauf eines E-Autos mit 1500 bis 6000 Euro unterstützt, gilt nicht nur für deutsche Fabrikate. In China jubeln die Hersteller bereits über die neue Prämie.

„Chinesische Hersteller haben in Deutschland niedrigere Anteile am Markt, aber natürlich schielen die jetzt nochmal darauf“, erklärt Matthias Diermeier, Ökonom am Institut der Deutschen Wirtschaft, gegenüber dem Münchner Merkur von Ippen.Media. Diermeier rechnet jedoch nicht damit, dass schlagartig günstige chinesische Elektroautos den deutschen Markt erobern. Während BYD in der Heimat beispielsweise Kleinfahrzeuge für unter 10.000 Euro anbietet, haben diese Modelle keine deutsche Straßenzulassung. Stattdessen dürften die chinesischen Konzerne ihre Fahrzeuge im „ähnlichen Preissegment“ wie einheimische Wettbewerber positionieren. Unabhängig davon können chinesische Produzenten von der neuen Elektroauto-Subvention profitieren: „Da könnten dann deutsche Steuergelder auch nach China fließen“, schätzt Diermeier.

E-Autos in großen Teilen für den gewerblichen Gebrauch zugelassen

Die Direktorin des Center Automotive Research (CAR), Beatrix Keim, kennt die Position chinesischer Marken auf dem deutschen Markt gut. Von ernsthafter Rivalität zu deutschen Produzenten könne derzeit keine Rede sein. Insgesamt zwei Prozent des deutschen Marktes nehmen chinesische Hersteller ein. Bei reinen Elektrofahrzeugen seien es sechs Prozent. „Das ist jetzt noch nicht wirklich viel“, sagt Keim dem Münchner Merkur.

Die meisten chinesischen Autos würden in Deutschland zudem von Unternehmen angemeldet. „BYD hat etwa Verträge mit großen Vermietern, um so seine Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Im Schnitt sind gut 90 Prozent von allen Neuzulassungen gewerblich. Wobei auch zum Beispiel VW einen Anteil von 73 Prozent gewerblicher Zulassungen hat.“ Die Elektroauto-Förderung könnte für die asiatischen Produzenten jedoch „ein Anreiz sein, Produkte für den Privatmarkt anzubieten“.

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